Entscheidungshilfe

Colocation oder eigener Serverraum?

Die Frage stellt sich meistens dann, wenn der vorhandene Serverraum an eine Grenze stößt: die Klimaanlage, die Absicherung, der Platz oder die Versicherung. Hier steht, was wirklich dagegen und dafür spricht, auch da, wo es gegen uns spricht.

Was ein eigener Serverraum tatsächlich umfasst

Ein Raum mit Rack und Steckdose ist noch kein Serverraum. Damit er die Verfügbarkeit liefert, die man von ihm erwartet, gehören einige Positionen dazu, die in der ersten Kalkulation gern fehlen.

  • Redundante Klimatisierung, nicht ein einzelnes Splitgerät
  • USV mit regelmäßigem Batteriewechsel und Lasttest
  • Netzersatzanlage, wenn der Ausfall länger als die USV dauern darf
  • Brandfrüherkennung und ein zum Raum passendes Löschkonzept
  • Zutrittskontrolle mit Protokoll, nicht ein Schlüssel im Erste-Hilfe-Kasten
  • Zweite Netzanbindung über einen anderen Weg ins Haus

Wann der eigene Raum die richtige Wahl bleibt

Wenn große Datenmengen ständig zwischen Produktion und Server laufen, gewinnt die kurze Leitung. Fertigung, Videoschnitt und Messtechnik sind typische Fälle, in denen der Server dorthin gehört, wo die Arbeit passiert.

Auch bei vorhandener, abgeschriebener Infrastruktur mit funktionierendem Wartungsvertrag ist ein Umzug selten wirtschaftlich, solange nichts Grundlegendes ansteht.

Wann Colocation gewinnt

Sobald Verfügbarkeit vertraglich zugesagt werden muss, wird der eigene Raum teuer. Redundanz kostet im Kleinen überproportional viel: eine zweite Klimaanlage für drei Racks kostet fast so viel wie für dreißig.

Der zweite Treiber ist Prüfbarkeit. Wenn Kunden oder Auditoren nach ISO 27001, Zutrittsprotokollen und Brandschutz fragen, ist ein zertifiziertes Rechenzentrum eine Antwort, ein Nebenraum nicht.

Der Mittelweg, den viele gehen

Häufig bleibt ein kleiner Bestand vor Ort, während alles, was von außen erreichbar sein muss oder nicht ausfallen darf, ins Rechenzentrum zieht. Das ist kein Kompromiss aus Unentschlossenheit, sondern eine saubere Aufteilung nach Anforderung.

Wenn Sie mögen, rechnen wir das gemeinsam durch, auch mit dem Ergebnis, dass Sie bleiben, wo Sie sind.

Häufige Fragen

Lohnt sich Colocation schon bei zwei Servern?

Oft ja, weil Sie ab der ersten Höheneinheit mieten können und die Redundanz nicht selbst bauen müssen. Die Rechnung kippt vor allem dann, wenn Sie für den eigenen Raum ohnehin in Klima oder USV investieren müssten.

Was passiert mit unserer vorhandenen Hardware?

Die zieht mit um, sofern Einbautiefe, Gewicht und Netzteile passen. Das klären wir vorab anhand der Typenbezeichnungen.

Wie kommen wir an die Systeme, wenn sie nicht mehr im Haus stehen?

Über das Netz wie gewohnt, und physisch rund um die Uhr nach Anmeldung. Für Handgriffe vor Ort gibt es Remote Hands, damit niemand für einen Neustart losfahren muss.

Sagen Sie kurz, was Sie unterbringen wollen.

Höheneinheiten, Leistungsaufnahme, Traffic. Mehr brauchen wir nicht für ein belastbares Angebot.